Kurztrip Mandello

Canta erzählte mir, dass er nach Mandello fährt.
In einem Anfall von Wahn fragte ich, ob er mich mitnimmt: Klar, kein Problem!
Wir treffen uns also morgens an einer Raststätte an der A61 und düsen gen Süden. Und zwar direkt auf der Autobahn, weil Canta abends zum Guzzi-Stammtisch in Mandello möchte, bei dem auch einige Guzzi-Entwickler anwesend sein sollen.

Nach etlichen Stunden und einem Umfaller in einer Kurve bei der Runterfahrt vom Splügenpass (ein PKW hat mitten in der Kehre einfach angehalten) checken wir in unser Zimmer beim „Camping Continental“ ein und fahren direkt zum Stammtisch im „Ristorante Grigna„.
Man schenkt uns nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit, aber die Pizza ist gut.


Am Morgen werde ich durch Kaffeeduft geweckt:
Canta hat seinen Kocher angeschmissen und macht lecker Kaffee zum Munterwerden.
Nach einem Frühstück in der „Bar Elefante Rosa“ am Marktplatz von Mandello, fahren wir die Küstenstraße am Comer See entlang Richtung Norden.

Eigentlich wollen wir im „Ristorante Il Crottino“, das berühmt für seine gute Küche ist, Pause machen. Aber leider hat der Laden zu.
Stattdessen geht’s zum Hafen in Colico und wir essen dort etwas.

Zurück in Mandello führt der Weg schnurstracks zur Eisdiele am Hafen – schließlich hatten wir noch keinen Nachtisch!

Nach einem kleinen Altstadtbummel düsen wir frisch gestärkt zum Werkstor von Moto Guzzi und machen die obligatorischen Erinnerungsfotos.


Nach dem Frühstück (natürlich wieder im „Rosa Elefanten“) besuchen wir das Guzzi-Museum. Ich war noch nie da, ist echt schön gemacht!

Danach erweisen wir Carlo Guzzi die Ehre und besuchen dessen Grab auf dem Friedhof.
Ob Fans diese letzte Ruhestätte für ein Andenken so geschändet haben?
Auf jeden Fall traurig.
Von dort oben hat man einen Blick über das Werk; der Hinweis eines Friedhofmitarbeiters, bitte keine Fotos zu machen, kommt leider zu spät.

Dann machen wir uns auf, um doch noch im „Il Crottino“ zu essen. Da ist es aber so voll, dass wir unverrichteter Dinge wieder abziehen – nicht ohne vorher einenTisch für den nächsten Tag zu reservieren.

Weiter geht’s nach Ardenno, wo wir in der „Trattoria Valtellina“ gut und günstig essen. Anschließend fahren wir auf kleinen Straßen zur anderen Seite des Comer Sees, um mit der Fähre Menaggio – Varenna wieder nach Mandello zu kommen.
Es ist Freitag und wegen des Feiertages am gestrigen Donnerstag verbringen offensichtlich viele Leute ein langes Wochenende hier – an den Fähranlegern ist dir Hölle los …


Mit Frühstück wird es heute nichts:
Es ist Samstag und der „Rosa Elefant“ ist gerammelt voll, ein Motorradparkplatz nicht zu bekommen.

Es wird auch mal ohne Croissant und Cappuccino gehen und wir fahren die Küstenstraße Richtung Norden.
Canta hat eine schöne Strecke ausgesucht, in Varenna fahren wir auf einer kleinen Straße in die Berge. Wir haben wunderschöne Ausblicke auf gewaltige Schluchten und den Comer See und landen nach vielen Kurven in Bellano wieder auf der Hauptstraße am See – schließlich wartet das Mittagessen im „Il Crottino“ auf uns …

Dank Reservierung kommen wir heute doch noch zu unserem Wunschessen.
Nicht umsonst ist es hier immer voll, es schmeckt einfach sehr gut und die Portionen sind reichlich bemessen. Schon der Vorspeise (Vitello Tonnato) gebe ich auf, weil ich pappsatt bin. Cantas Nudeln mit Pilzen sehen auch sehr lecker aus.

Wir sind relativ früh zurück im „Camping Continental“, Canta schont seinen kaputten Fuß, ich mache einen Spaziergang durch unser Viertel und finde sogar den sogenannten Strand des Campingplatzes.

Auch an unserem letzten Abend, wie schon die Tage zuvor, sitzen wir vor unserem Apartement und genießen den Blick über den See und die Leckereien, die wir im Supermarkt gekauft haben.
(In Ermangelung von Weingläsern haben wir uns übrigens im Supermarkt lustige Trinkgläser mit Panda-Motiven gekauft.)


In der Bar Lume, auf dem Weg zum Splügenpass, genießen wir zum letzten Mal auf dieser Tour den guten italienischen Kaffee, ich genehmige mir ein lecker Speckbrot.

Wir haben auf dieser Tour unglaubliches Glück mit dem Wetter: In strahlendem Sonnenschein, bei angenehmen Temperaturen, machen wir eine kurze Pause auf dem Pass.

In Deutschland wird es dann beschwerlich, weil irgendwie alle auf dem Rückweg aus dem langen Wochenende sind.
Canta und ich trennen uns vor Frankfurt, er fährt die A61, ich nehmem die A3 und verziehe mich bald auf die Landstraße, weil – immer duch die (manchmal nicht vorhandene!) Rettungsgasse endloser Staus zu fahren macht auch keinen Spaß.

Die Anzeige in meinem neumodischen Mäusekino am Mopped zeigt dann zum Schluß mehr als 11 Stunden reine Fahrzeit an.

Fazit:
Es war gut, dass ich mitgefahren bin, mir wären sonst einige schöne Erlebnisse entgangen.
Allerdings werde ich mir den Stress, möglichst schnell auf der Autobahn ans Ziel zu kommen, nicht mehr antun.
Und nächstes Mal vorher auf den Kalender gucken, was so an Feiertagen und Ferien anliegt …
😉

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